Power2Change in Peenemünde

Ausstellung zur Energiewende Historisch-Technisches Museum Peenemünde

04.07.2023–03.09.2023

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Ort Historisch-Technisches Museum Peenemünde Im Kraftwerk 17449 Peenemünde

Dritte Station: Peenemünde

Können wir aus CO₂ künftig Rohstoffe für Medikamente herstellen? Tanken LKWs, Schiffe oder Flugzeuge bald Wasserstoff oder E-Fuels? Wie kann grüner Strom flexibel genutzt und transportiert werden? Das sind nur einige Fragen, denen die Ausstellung nachgeht. Viele Wissenschaftler*innen arbeiten an neuen Konzepten und Technologien für die Energiewende – gerade auch im Bereich Industrie. Die Energiewende ist der Schlüssel für eine klimaneutrale Zukunft ohne Öl und Gas.

In der Ausstellung lernst du Herausforderungen, Lösungswege und Forschungsprojekte kennen und gehst mit Forscher*innen auf „Mission Energiewende“. Verschiedene Themenbereiche zeigen, wie eine sichere, bezahlbare und klimaneutrale Versorgung mit Energie und Rohstoffen funktionieren kann. Und was hat das mit deinem Alltag zu tun? Es betrifft zum Beispiel die Herstellung von Kunststoffen, Dünger oder Stahlbeton, und auch die Stromtrasse hinter dem Haus.

Medienstationen, Augmented-Reality-Erlebnisse und Exponate aus dem Forschungslabor vermitteln dir Lösungen für verschiedene Herausforderungen der Energiewende. An interaktiven Stationen erfährst du mehr über innovative Forschungsprojekte. In Videos erzählen Wissenschaftler*innen über ihre Motivation und geben Einblick in ihren Forschungsalltag. Wir laden dich ein zur #MissionEnergiewende!

Die Wanderausstellung war ab Juli 2023 im Historisch-Technischen Museum Peenemünde zu sehen. Im Anschluss tourte die Ausstellung weiter durch das Bundesgebiet.

Über das Historisch-Technische Museum Peenemünde

Die Versuchsanstalten Peenemünde waren von 1936 bis 1945 das größte militärische Forschungszentrum Europas. Auf einer Fläche von 25 km² arbeiteten bis zu 12.000 Menschen gleichzeitig an neuartigen Waffensystemen, wie etwa dem weltweit ersten Marschflugkörper und der ersten funktionierenden Großrakete. Beide wurden als Terrorwaffen gegen die Zivilbevölkerung konzipiert, größtenteils von Zwangsarbeitern gefertigt und gelangten ab 1944 als „Vergeltungswaffen“ zum Einsatz im Zweiten Weltkrieg.

Die historischen Ereignisse dokumentiert heute am authentischen Ort das Historisch-Technische Museum im Kraftwerk der ehemaligen Heeresversuchsanstalt. Die Dauerausstellung stellt auf über 5000m² die Geschichte der deutschen Raketentechnik von ihren utopischen Anfängen in den 1920er Jahren über die Arbeiten in Peenemünde bis hin zur Serienfertigung der Rakete A4 in Mittelbau-Dora und deren Einsatz gegen westeuropäische Großstädte vor. Sie dokumentiert, wer in Peenemünde arbeitete, wie die Menschen lebten und warum die enorm aufwändigen Waffenprojekte durchgeführt wurden. Gezeigt wird eine Vielzahl von Dokumenten, Originalteilen, Zeitzeugeninterviews, Dokumentationsfilmen und Modellen. Ein zweiter Abschnitt verfolgt die Geschichte der in Peenemünde entwickelten Technik im Kalten Krieg bis ins Jahr 2000. Die beiden wichtigsten Waffen der Versuchsanstalten Peenemünde, der Marschflugkörper Fi103/„V1“ und die Rakete A4/„V2“ sind neben anderen Großexponaten als Nachbauten im 120.000 m² großen Freigelände zu sehen. Darüber hinaus werden jährlich Sonderausstellungen präsentiert und eigene Publikationen zu den Kernthemen des Museums herausgegeben.

Im historischen Kesselhaus des Kraftwerks werden Besucher außerdem über die Geschichte dieses größten Industriedenkmals des Landes Mecklenburg-Vorpommerns informiert. Für die Restaurierung des Kraftwerkes erhielt das Museum 2013 mit dem „European Union Prize for Cultural Heritage / Europa Nostra Award“ den höchsten Preis in der europäischen Denkmalpflege. Eine Aussichtsplattform in 30m Höhe auf dem Dach des Gebäudes eröffnet einen einzigartigen Blick über das ehemalige Versuchsgelände.

Das Museum ist heute auch eine internationale Begegnungsstätte. Große Events, wie die jährlichen Konzerte in der ehemaligen Turbinenhalle des Kraftwerkes, machen Peenemünde zu einem Ort der nationalen und internationalen Kultur.